Scheidung

Voraussetzung für einen erfolgreichen Scheidungsantrag ist einjähriges Getrenntleben (am besten räumlich und äußerlich dokumentierbar).

Typische Konstellationen beim Thema Getrenntleben:

  • Bei nicht wenigen scheidungswilligen Männern (Ausnahmen für Frauen sind denkbar) stelle ich fest, daß sie schlicht "vergessen" hatten, ihren Ehegatten von ihrem Trennungs- und Scheidungswunsch zu unterrichten. Soviel Klarheit muß sein, ob mündlich oder schriftlich. Ich möchte nicht, daß mein Mandant in die Situation gerät, daß der Ehegatte im Scheidungstermin das 1-jährige Getrenntleben bestreitet. Das könnte nämlich eine kostenpflichtige Abweisung des Scheidungsantrages zur Folge haben.
  • Ist ein räumlicher Auszug nicht möglich oder wird er verweigert, stellt sich die Frage ob und wie innerhalb der Wohnung, innerhalb des Hauses ein Getrenntleben möglich ist. Wichtig ist eine Ende ehelicher Gemeinsamkeiten und separate Versorgung. Natürlich kann man sich, der Kinder wegen, auch mal gemeinsam an den Tisch setzen. Ein Getrenntleben auf engem Raum ist aber belastend.
  • Deshalb entsteht bisweilen die Frage, ob der andere Ehegatte der Wohnung verwiesen werden kann. Da die Ehewohnung unabhängig von den Eigentumsverhältnisse ein geschützter Bereich ist, geht das nur, wenn die Alleinzuweisung der Wohnung zum Schutz eines körperlich bedrohten Ehegatten oder gemeinsamer minderjähriger Kinder erforderlich ist. Das Gesetz (§ 1361 b BGB) spricht von einem Fall "unbilliger Härte", der vorliegen muß, um die Alleinzuweisung zu rechtfertigen. In Fällen körperlicher Gewalt ist dies in der Regel der Fall.
  • Auch wenn Ihr Fall anders liegt, oder Sie glauben, daß die Fortsetzung der Ehe auch vor Ablauf des Trennungsjahres eine unzumutbare Härte wäre: Es gibt für Ausnahmefälle eine Lösung.
Stimmt der Ehegatte dem Scheidungsantrag zu, wird das Scheitern der Ehe vermutet; stimmt er/sie nicht zu, muß man Gründe für die Zerrüttung der Ehe vortragen. In der Regel gehen die Familiengerichte davon aus, daß eine Ehe gescheitert ist, wenn ein Ehegatte ernsthaft und endgültig die eheliche Lebensgemeinschaft nicht wieder aufnehmen will. In der persönlichen Anhörung beider Eheleute wird sich das Gericht schnell davon überzeugen, daß eine Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft gegen den Willen und Widerstand eines Ehegatten nicht möglich ist. Dann gilt die Ehe als "gescheitert" (Scheidungsgrund nach § 1565 Abs. 1 BGB).


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