Pflichtteil: Auskunft des Erben

Probleme mit dem notariellen Nachlaßverzeichnis

Der Erbe muß dem Pflichtteilsberechtigten Auskunft über den Nachlaßbestand und Schenkungen des Erblassers geben. Der Erbe ist gut beraten, wenn er diese Aufgabe zusammen mit einem erfahrenen Erbrechtler angeht. Die formellen und inhaltlichen Anforderungen sind hoch. Ebenfalls besteht das Risiko, daß der mißtrauische Pflichtteilsberechtigte zusätzlich ein notarielles Nachlaßverzeichnis fordert, was zulässig ist, oder gar Auskunfts-Klage erhebt.
Zur anzuwendenden Sorgfalt und zu den inhaltlichen Anforderungen kann man sich gut an der Rechtsprechung zum notariellen Verzeichnis orientieren. Der Notar gibt eben nicht nur wieder, was der Erbe ihm vorgibt, sondern muß eigene Ermittlungen anstellen.Durch ein oberflächliches oder lustloses Notarverzeichnis hat der Erbe nur Ärger, weil seine Auskunftspflicht dadurch als nicht erfüllt gelten würde und er eine Klage oder gar eine Vollstreckung auf sich zieht. Deshalb ist dieses Instrument bei den Notaren nicht beliebt, sie müssen den Auftrag aber ausführen.
Mehr auf Anfrage (siehe OLG Bamberg 16.6.2016, 4 W 42/16). Der praktische Nutzen eines notariellen nachlaßverzeichnisses ist für den Pflichtteilsberechtigten eher gering, außer er benutzt das Instrument nur, um den Erben zu ärgern.

Eingestellt am 07.07.2016 von Dr. Grisebach
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