"Anfechtung" eines Testaments durch den Enterbten?

Mit der Eröffnung eines Testaments durch das Nachlaßgericht werden die Beteiligten stets gefragt, ob sie das Testament, d.h. seine Wirksamkeit , anerkennen. Gemeint ist, ob man schwere formelle Mängel (Lückenhaftigkeit, es sei nur ein Entwurf, es sei nicht eigenhändig geschrieben), oder gar die fehlende Testierfähigkeit des Erblassers geltend machen will.
Die Entscheidung darüber will nicht nur wegen etwaiger Kosten eines Sachverständigengutachtens gut überlegt sein.- Auch in den Fällen, in denen das Testament eine Pflichtteilsklausel enthält (die den Enterbten mit weiteren Nachteilen bedroht, wenn er den Pflichtteil gegen den Willen des überlebenden Elternteils geltend macht), sollte man sich beraten lassen.
Nach verbreiteter obergerichtlicher Meinung hat nämlich die Anfechtung eines Elterntestaments (mit dem Ziel, den gesetzlichen Erbteil zu verlangen) dieselben Folgen, wie ein Pflichtteilsverlangen: Die Klausel greift ein und das betreffende Kind ist auf den Tod des Letztversterbenden Elternteils ebenfalls auf den Pflichtteil gesetzt.
Siehe OLG München 6.12.2018, 31 Wx 374/17


Eingestellt am 03.01.2019 von Dr. Grisebach
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