Testament richtig gestalten

Das Testament ist eine Form der sog. letztwilligen Verfügungen, die andere ist der Erbvertrag (zu den letztwilligen Verfügungen gehören im weiteren Sinne auch: Übertragung eines Bankguthabens auf den Todesfall; Einräumung des Bezugsrechts für eine Lebensversicherung; beides sind keine Testamente und folgen den Regeln der Bank oder der Versicherungsgesellschaft) . Es gibt zwei Hauptformen des Testaments, das eigenhändige (handschriftliche) und das notarielle (maschinengeschriebene). Beide sind in der Wirkung und Geltung gleichwertig.

Eine Sonderform des Testaments ist das „gemeinschaftliche“, das nur von Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern errichtet werden kann. Es ist in den Wirkungen dem Erbvertrag angenähert.

Der Erbvertrag ist eine vertraglich bindende Form der Erbeinsetzung oder des Vermächtnisses. Er bedarf immer der notariellen Form und kann auch von Nichtverheirateten geschlossen werden.

Es gibt nur wenige zwingende Formanforderungen beim eigenhändigen Testament: Es muß vom Erblasser selbst und ohne handgreifliche Hilfe handschriftlich verfaßt sein und es muß datiert sein. Letzteres, weil grundsätzlich immer das jüngere Testament gilt. Alle anderen Formalien wie Ort, Überschrift und Vorstellung der eigenen Person, sind wünschenswert, aber nicht Voraussetzung für die Wirksamkeit eines Testaments. Überflüssig, ja manchmal schädlich, sind Motive, Begründungen, Belehrungen, Abrechnungen mit den Nachkommen. Will man den Nachkommen unbedingt die eigenen Motive und Begründungen für gerade diesen letzten Willen geben, sollte man notfalls einen Begleitbrief verfassen, der nicht Bestandteil des Testaments wird. So kann man ein Testament auch in der Form eines Briefes an einen Adressaten machen, wenn sich nur hinreichend deutlich ergibt, daß es sich um den letzten Willen des Verfassers handeln soll.

Wesentlicher als die Form ist der Inhalt des Testaments, sind die „Verfügungen“ (Anordnungen). Das können Erbeinsetzungen sein, oder Vermächtnisse, Bedingungen und Auflagen, Teilungsanordnungen, Einsetzung eines Testamentsvollstreckers.

Erbeinsetzung:

Sie wollen jemanden (allein oder mit anderen) zum Universalnachfolger Ihres Vermögens machen. Da nach deutschem Recht die Erbschaft (die Gesamtheit Ihres Vermögens und Ihrer Schulden) automatisch dem „wirklichen“ Erben mit dem Tod anfällt, ist die ausdrückliche oder bestimmbare Einsetzung bestimmter Personen als Erben so wichtig. Nur durch eine klare Erbeinsetzung herrscht Sicherheit, wer für das Vermögen des Verstorbenen im Ganzen, für seinen „Nachlaß“, verantwortlich ist und entscheiden darf. Aus der Eigenschaft als Erbe folgt dann automatisch, daß derjenige auch „Eigentümer“ der einzelnen Vermögensstücke innerhalb des Nachlasses ist.
Zum Ersatzerben siehe unter Bedingungen.

Vermächtnis:

Wollen Sie jemandem einen bestimmten Gegenstand zukommen lassen, ist das im Zweifel keine Erbeinsetzung (auch wenn fälschlich von „erben“ die Rede ist). Wer sein gesamtes Vermögen nach Einzelgegenständen an bestimmte Empfänger verteilt, hat damit gerade keine klare Erbeinsetzung gemacht, sondern ein rechtliches Chaos angerichtet.

Teilungsanordnungen:

Wenn Sie mehrere Personen als Erben einsetzen, oder wollen, daß mehrere Personen ohne ausdrückliche Erbeinsetzung gesetzliche Erben werden, empfiehlt sich ein Regelwerk für die Verteilung des Vermögens unter ihnen, für den Umgang untereinander. Das können Bruchteilsanordnungen sein, oder die Zuweisung bestimmter Vermögensstücke an bestimmte Erben. Die Erben sind an diese Anordnungen gebunden.

Bedingungen und Auflagen:

Sie können die Erbeinsetzung oder ein Vermächtnis an Bedingungen knüpfen, zB ein bestimmtes (Wohl-)Verhalten des Bedachten, ein bestimmtes Alter, den Eintritt eines bestimmten Ereignisses. Bedingungen wirken unmittelbar. (zB jemand soll nur Erbe werden, wenn er noch verheiratet ist, wenn er /sie Kinder hat, wenn er/sie das Examen gemacht hat). Eine wichtige Art der bedingten Erbeinsetzung ist die Einsetzung eines Ersatzerben. Wer erbt, wenn Sie den eingesetzten Erben überleben? Wer erbt, wenn der eingesetzte Erbe das Erbe ausschlägt? Zwar sieht das Gesetz hier einige Auslegungsregeln vor; ob diese allerdings Ihren Vorstellungen entsprechen, oder Sie es gerade anders haben wollen, sollten Sie mit Ihrem Anwalt besprechen.
Auflagen hingegen sind eher Wünsche an das Verhalten eines Erben, sie sind nicht erzwingbar. Auflage ist zB die Anordnung, daß das Grab oder ein Tier gepflegt werden soll (wollen Sie hier die Befolgung der Anordnung sicherstellen, greifen Sie lieber zur Bedingung (zB ein Geldvermächtnis oder einen Erbanteil unter der Bedingung, daß das Grab gepflegt, das Tier versorgt, oder das Haus nicht verkauft wird).

Testamentsvollstreckeranordnung:

Trauen Sie Ihren Nachkommen nicht zu, daß sie sich Ihr Vermögen entsprechend ihren Anordnungen, ohne Streit und ohne Risiken für den Bestand des Vermögens teilen, oder halten Sie Ihre Nachkommen für ungeeignet, zu jung, zu unerfahren (zB ein Unternehmen zu führen), dann sollten Sie einen neutralen Sachwalter einsetzen, den Testamentsvollstrecker. Dieser hat hat dann alles, die Erben haben nichts zu sagen. Das Gesetz gibt zwar einige Regeln vor. Deshalb sollten dem Testamentsvollstrecker möglichst klare Vorgaben gemacht werden (Dauer, Verwaltungsgrundsätze, Kontrollmöglichkeiten, Versorgungsauflagen, Erhaltungs- oder Teilungsvorgaben). Diese Vorgaben sind dann gerichtlich kontrollierbar. Die Formulierung dieses Handlungskonzepts für den Testamentsvollstrecker ist Spezialistensache.

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